Musik im Industrieraum III

OEDERLIN-Elegie

16 Uhr
Giesserei
John Cage (1912 – 1992) Variations IV für jegliche Art von Klängen und jegliche Zahl von Mitwirkenden (1964)

16.30 Uhr
Atelier Songline
Annette Schmucki (*1968) „1 TAG“ Gezeitenstück für Stimme, Violine, Violoncello, Klavier (2014)

fionaarts
Sehyung Kim (*1987) „Q!“ für Akkordeon solo (2012)

17.00 Uhr
Baustück
Gary Berger (*1967) „substrat“ für Ensemble (2016)

17.30 Uhr
Giesserei
Tom Johnson (*1939) „9 Bells“ (1979) für einen Schlagzeuger, Teile I, IV, VI
Hans-Jürg Meier (1964 – 2015) „nie setzt es ein“ für Flöte, Horn, 2 Trompeten, Posaune und Tuba (2002)

18.30 Uhr
Aikido-Ennetbaden/Anne Poland Geigenbau
Tomasz Skweres (*1984) „Deuterium“ für Violine solo (2012)

18.50 Uhr
Garage
Nikolai Popov (*1986) „Biomechanics“ für Akkordeon und Elektronik (2014)
Luigi Russolo/Giacomo Balla (1884 – 1947) „Macchina Tipografica“ für Stimme, Intonarumori und Klavier (Entstehungsdatum unbekannt)

19.30 Uhr
Giesserei
James Tenney (1934 – 2006) Form I für sechzehn oder mehr Instrumente (1996)

Samstag, 8. April 2017
16 Uhr
OEDERLIN Areal
Landstrasse 1
5415 Nussbaumen bei Baden

Lin Liao Dirigentin
Eva Nievergelt Stimme
Christoph Brunner Schlagzeug
Moritz Müllenbach Konzeption Cage

Collegium Novum Zürich
Matthias Ziegler, Flöte
Donna Molinari, Klarinette
Antonio Lagares Abeal, Horn
Jens Bracher, Trompete
Jochen Weiss, Trompete
Stephen Menotti, Posaune
Simon Lamothe-Falardeau, Tuba
Julien Megroz, Schlagzeug
Sergej Tchirkov, Akkordeon
Lukas Rickli, Klavier
Urs Walker, Violine
Fabio Marano, Viola
Moritz Müllenbach, Violoncello
Johannes Nied, Kontrabass
Gary Berger, Klangregie/Elektronik


Veranstalter
Collegium Novum Zürich (Idee und Fundraising gemeinsam mit studio-klangraum Basel) in Zusammenarbeit mit der OEDERLIN AG und vielen Mietern auf dem Gebiet des Areals

Inwiefern vermag die Gegebenheit eines bestimmten architektonischen Raumes die Wahrnehmung von Musik zu beeinflussen? Und umgekehrt: Wie verändert Musik die Wahrnehmung eines Raumes? Kann Musik in Räumen und Arealen funktionieren, deren ursprüngliche Zweckbestimmung denkbar kunst- und musikfern war? Konkret: Kann man zeitgenössische Musik und industrielle Architektur in einen sinnvollen Zusammenhang bringen? Diesen Fragen widmet sich unsere schweizweite, fünfteilige musikalische Erkundungsreise durch industriell geprägte Areale.

150 Jahre Industriegeschichte haben das OEDERLIN-Areal in Baden geprägt, gelegen am Ortsausgang am Ufer der Limmat in landschaftlich höchst reizvoller Lage. Einst bildete eine traditionell arbeitende Eisengiesserei das Herzstück des Areals. Als wir 2015 das Areal erstmals besuchten, war diese Giesserei noch in Betrieb. Mittlerweile ist sie stillgelegt – eine Folge der tiefgreifenden wirtschaftlichen Turbulenzen der letzten Jahre. Wir werden diesen grandiosen Raum zum zentralen Ort für unsere Aufführungen machen – aber nicht zum einzigen: Das Areal befindet sich im Umbruch. Manche der früheren Industreiräume sind umgewidmet worden. Hier haben sich Firmen angesiedelt, Ateliers sind eingerichtet und manche Künstlerinnen und Künstler haben hier ihre Studios – auch Gary Berger, von dem wir eine Komposition spielen und Eva Nievergelt, die als Sängerin mitwirkt. Da gibt es etwa die wunderbare Lokalität Baustück, die Laden, Bar und Bühne in einem ist oder das geschmackvolle Bogen Design Studio oder die winzige und charmante Werkstatt einer Geigenbauerin.  Andere Teile des Areals liegen brach und werden demnächst abgebrochen. Wir werden diese Orte in einem musikalischen Parcours erlebbar machen. Aufbruch und Verfall liegen auf dem OEDERLIN-Areal nah beieinander. Wenn wir dem OEDERLIN-Areal ein Programm als Elegie widmen, hat das aber noch einen anderen Grund. Der mit Baden eng verbundene Komponist Hans-Jürg Meier war Teil unseres Teams, als wir Musik im Industrieraum konzipierten. Er ist im Dezember 2015 gestorben. Wir gedenken seiner mit der Aufführung von zwei seiner Kompositionen.

Situationsplan OEDERLIN
Gastspiel Ankara
Klanginseln V