Musik im Industrieraum III

OEDERLIN-Elegie

John Cage (1912 – 1992) Variations IV für jegliche Art von Klängen und jegliche Zahl von Mitwirkenden

Hans-Jürg Meier (1964 – 2015) „nie setzt es ein“ für Flöte, Horn, 2 Trompeten, Posaune und Tuba

Gary Berger (*1967) „Substrat“ für Ensemble (2016)

Hans-Jürg Meier „woge“ für vier Tonbänder (2000)

Annette Schmucki (*1968) „1 tag“ für Stimme, Violine, Violoncello und Klavier (2016)

Tom Johnson (*1939) „9 Bells“ (1979)

Sehyung Kim (*1987) „QI“ für Akkordeon solo (2012)

Luigi Russolo (1885 – 1947) „Macchina tipografica“ für Stimme, 2 Intonarumori und Klavier (undatiert)

Tomasz Skweres (*1984) „Deuterium“ für Violine solo (2012)

Nikolai Popov: „Biomechanics“ für Akkordeon und Elektronik

James Tenney (1934 – 2006) Form I für sechzehn oder mehr Instrumente (1996)

Samstag, 8. April 2017
16 Uhr
OEDERLIN Areal
Landstrasse 1
5415 Nussbaumen bei Baden

Collegium Novum Zürich
Christoph Brunner
Schlagzeug
Sergej Tchirkov
Akkordeon
Eva Nievergelt
Stimme
Urs Walker Violine
Matthias Ziegler Flöte
Lin Liao Dirigentin

Veranstalter
Collegium Novum Zürich und studio-klangraum Basel in Zusammenarbeit mit der OEDERLIN AG Baden und vielen Mietern auf dem Gebiet des Areals

Inwiefern vermag die Gegebenheit eines bestimmten architektonischen Raumes die Wahrnehmung von Musik zu beeinflussen? Und umgekehrt: Wie verändert Musik die Wahrnehmung eines Raumes? Kann Musik in Räumen und Arealen funktionieren, deren ursprüngliche Zweckbestimmung denkbar kunst- und musikfern war? Konkret: Kann man zeitgenössische Musik und industrielle Architektur in einen sinnvollen Zusammenhang bringen? Diesen Fragen widmet sich unsere schweizweite, fünfteilige musikalische Erkundungsreise durch industriell geprägte Areale.

150 Jahre Industriegeschichte haben das OEDERLIN-Areal in Baden geprägt, gelegen am Ortsausgang am Ufer der Limmat in landschaftlich höchst reizvoller Lage. Einst bildete eine traditionell arbeitende Eisengiesserei das Herzstück des Areals. Als wir 2015 das Areal erstmals besuchten, war diese Giesserei noch in Betrieb. Mittlerweile ist sie stillgelegt – eine Folge der tiefgreifenden wirtschaftlichen Turbulenzen der letzten Jahre. Wir werden diesen grandiosen Raum zum zentralen Ort für unsere Aufführungen machen – aber nicht zum einzigen: Das Areal befindet sich im Umbruch. Manche der früheren Industreiräume sind umgewidmet worden. Hier haben sich Firmen angesiedelt, Ateliers sind eingerichtet und manche Künstlerinnen und Künstler haben hier ihre Studios – auch Gary Berger, von dem wir eine Komposition spielen und Eva Nievergelt, die als Sängerin mitwirkt. Da gibt es etwa die wunderbare Lokalität Baustück, die Laden, Bar und Bühne in einem ist oder das geschmackvolle Bogen Design Studio oder die winzige und charmante Werkstatt einer Geigenbauerin.  Andere Teile des Areals liegen brach und werden demnächst abgebrochen. Wir werden diese Orte in einem musikalischen Parcours erlebbar machen. Aufbruch und Verfall liegen auf dem OEDERLIN-Areal nah beieinander. Wenn wir dem OEDERLIN-Areal ein Programm als Elegie widmen, hat das aber noch einen anderen Grund. Der mit Baden eng verbundene Komponist Hans-Jürg Meier war Teil unseres Teams, als wir Musik im Industrieraum konzipierten. Er ist im Dezember 2015 gestorben. Wir gedenken seiner mit der Aufführung von zwei seiner Kompositionen.

Gastspiel Ankara
Klanginseln V