Fremd

Sascha Janko Dragićević (*1969) „Druga Noć“ – Nocturne für elf Instrumentalisten (2015, Schweizer Erstaufführung)*

Vinko Globokar (*1934) „Exil II“ für Sopran oder Tenor und 13 Instrumentalisten (2012, Uraufführung)*

Beat Furrer (*1954) „Xenos“ für Ensemble (2008)*

Marko Nikodijevic (*1980) „K-hole / schwarzer horizont – drone (with song)“ für Ensemble und Live-Elektronik (2012/2014, Schweizer Erstaufführung)*

Mittwoch, 2. November 2016
20 Uhr, Einführung 19 Uhr
Tonhalle, Grosser Saal
Claridenstrasse 7
8002 Zürich

Collegium Novum Zürich
Eva Nievergelt Sopran
Jonathan Stockhammer Dirigent

Veranstalter
Collegium Novum Zürich in Zusammenarbeit mit der Tonhalle-Gesellschaft Zürich

Dieses Programm spürt den verschiedenen Facetten des Fremden/der Fremde nach und ist zudem in den Programmschwerpunkt Fokus Osten eingebunden. Beat Furrers „Xenos“ reflektiert einen Istanbul-Aufenthalt des Komponisten und entstand im Zusammenhang des u.a. vom Ensemble Modern initiierten Projektes „in to…“, in welchem Komponisten die Aufgabe gestellt war, sich mit bestimmten Megacities auseinanderzusetzen.

Vinko Globokar, in Slowenien aufgewachsen und in Frankreich lebend, trug das Ineinander mehrfacher kultureller Prägungen sein Leben lang aus. Von seiner Sensibilität gegenüber dem Thema Fremde zeugen u.a. seine drei Kompositionen mit dem Titel „Exil“, die in den letzten Jahren entstanden. Wir präsentieren das zweite Werk der Serie, das sicher den experimentellsten Ansatz innerhalb der Werkgruppe erprobt. Marko Nikodijevic stammt aus Serbien, machte als Halbwüchsiger die Erfahrung des Bürgerkriegs und lebt nunmehr in Deutschland. Seine Musik befasst sich in K-HOLE u.a. mit einem melodischen Fundstück aus der Fremde.
Sascha Janko Dragićević ist in Deutschland geboren, entstammt aber einer serbischen Familie und ist in seinem neuen Werk ausdrücklich beauftragt, das Thema Fremd zu reflektieren: „Thema meines geplanten Stücks für 17 Instrumente und Live-Elektronik (Dauer ca. 20 Minuten) für das Collegium Novum Zürich ist die Analyse und kompositorische Darstellung von Entwicklungsprozessen der Fremdheit. Deren Entstehung und Auflösung sowie Möglichkeiten direkter Konfrontation mit Fremdkörpern, die scheinbar zersetzend von ausserhalb auf die Bildung formaler Kontexte einwirken, möchte ich in diesem Werk untersuchen. Mir schwebt eine Musik vor, die drastisch und plastisch die Konfrontation mit Extrembereichen der Wahrnehmung sucht. Diese Musik erfindet sich in jedem Moment neu, wächst aus sich selber heraus ins Unbekannte, verliert und findet sich im Fremden.“

*Fokus Osten

Programmheft

Musik im Industrieraum II
Tage für Neue Musik