Farben

Hugues Dufourt (*1943) „L’Asie d’après Tiépolo“ für Ensemble (2008/2009)

Oscar Bianchi (*1975) „Contingency“ für zwei Ensemblegruppen (Uraufführung, Auftragswerk des CNZ, mit Unterstützung von Pro Helvetia)

Maurice Ohana (1913 – 1992) „Tombeau de Claude Debussy“ für Sopran und Kammerorchester (1961)

Montag, 27. März 2017
20 Uhr, Einführung 19 Uhr
Tonhalle, Grosser Saal
Claridenstrasse 7
8002 Zürich

Mittwoch, 29. März 2017
20 Uhr
Studio Ernest Ansermet
Passage de la Radio 2
1205 Genève

Collegium Novum Zürich
Catriona Bühler Sopran
Emilio Pomàrico Dirigent

Veranstalter
Collegium Novum Zürich in Zusammenarbeit mit der Tonhalle-Gesellschaft Zürich und Festival Archipel Genf

Zu den wichtigen Leistungen der Musik der Moderne gehört, die Klangfarbe als eine Dimension der Musik gleichsam entfesselt und emanzipiert zu haben. Aber auch diese Leistungen hatten geschichtliche Voraussetzungen: Es war Hector Berlioz, der den Klang des modernen Orchesters nachhaltig geprägt hat. Seine Instrumentationslehre gilt noch heute als Grundlagenwerk. Entscheidend war sodann die Hinwendung zur Musik anderer Kulturen, die insbesondere die französischen Komponisten um Claude Debussy vollzogen, die der abendländischen Kunstmusik einen grossen Reichtum an neuen Farbwerten zuführte. Diese Leistungen strahlen bis in die Musik der Gegenwart aus. Maurice Ohana, mittlerweile selbst Klassiker der Moderne, bekannte sich mit seinem Werk dezidiert zu Debussy. Aus seiner Beschäftigung mit aussereuropäischen Musikkulturen erwuchs sein Interesse an Mikrointervallik, die er in seine Musik schon früh einbezog. Es verwundert in solchem Kontext nicht, dass die geradezu systematische Erforschung des Innenlebens der Klänge, der Spektren des Einzeltons, die seine Farbwerte ausmachen, von einem französischen Komponisten ausging: Gérard Grisey. Der Begriff „Spektralismus“, der für eine solche Musik bis heute gebräuchlich ist, wurde von Hugues Dufourt geprägt. Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat er drei Ensemblewerke vorgelegt, die von den Fresken inspiriert sind, mit denen Tiépolo das Treppenhaus der Würzburger Residenz gestaltet hat. Oscar Bianchi, Schweizer Staatsbürger italienischer Herkunft, steht mit seiner Musik ganz in der Tradition einer romanisch geprägten Klangwelt: „Die Farben, die Orchestration sind die am unmittelbarsten wirkenden Dimensionen des Klanges. Als Herrscherin des Klanges kontrolliert und bestimmt die Orchestration die Form in ihrem dramaturgischen Aspekt. Es ist eine Alchimie der Räume, das Brahman des Klanges. Ich träume von einer Musik, die zeitgenössisch zu allen Zentren des Körpers spricht und durch welche der Mensch seine Existenz verstehen kann.“

Abendprogramm

Gastspiel Frankfurt
Gastspiel Ankara