Tableaux Vivants

Arne Gieshoff (*1988) Schemenspiel“ für Ensemble (UA, Kompositionsauftrag des CNZ)

Hanspeter Kyburz (*1960) L’autre“ – Konzert für Oboe und Ensemble (2017)

Emmanuel Nunes (1941 – 2012) Musik der Frühe“ für Ensemble (1980/1987/1998)

Samstag, 7. Oktober 2017
20 Uhr, Einführung 19 Uhr
Tonhalle Maag
Zahnradstrasse 22
8005 Zürich

Collegium Novum Zürich
Matthias Arter Oboe
Lothar Zagrosek Dirigent

Veranstalter
Collegium Novum Zürich in Zusammenarbeit mit der Tonhalle-Gesellschaft Zürich

Das Programmheft als Download.

„Das gesamte Schaffen von Emmanuel Nunes kennt keine Trennung in alte Musik und Moderne. Es kündet von der Kontinuität in unserer Musikgeschichte, zu der auch scheinbar radikale ästhetische Umbrüche gehören, die sich irgendwann wieder in die Geschichte einstellen. Das Werk von Nunes steht als Beweis dafür. Das macht seine bleibende Bedeutung aus.“ – so schrieb Gerhard Rohde im Nachruf auf den portugiesischen Komponisten, für dessen Musik sich das CNZ seit langem einsetzt und dessen letztes Werk, „Peter Kien – eine akustische Maske“, es 2012 wenige Monate vor dem Tod des Komponisten aus der Taufe hob. Die „Musik der Frühe“ ist ein geradezu monumentales Ensemblewerk, das im Titel auf ein Spätwerk von Robert Schumann anspielt. Wir stellen diesem Meisterwerk der jüngeren Musikgeschichte zwei aktuelle Kompositionen gegenüber. Hanspeter Kyburz’ Oboenkonzert entstand im Ergebnis langer kompositorischer Reflexion, denn die Anregung zur Komposition dieses Werkes durch den Oboisten des CNZ, Matthias Arter, datiert aus den 1990er Jahren. Arne Gieshoff, der in Deutschland geboren zunächst vor allem in Grossbritannien als Komponist Aufmerksamkeit erregte, schreibt zu seinem neuen Werk für das CNZ: „Dem Ausgangsmaterial soll die Möglichkeit erhalten bleiben, frei zu blühen und zu wuchern. Die Hoffnung ist, Formen jenseits von dramatischem Reflex oder akademischer Ableitung erwachsen zu lassen. Spielähnliche Regeln initiieren die Verwebung von Materialfäden unterschiedlicher Beschaffenheit und Spezifität zu Serien von Tableaux. Überstände werden Ausgangspunkt neuer Muster und verknüpfen die verschiedenartigen Webungen. Die oft auf Wiederholungsprinzipien basierenden Strukturen sind allerdings nicht nur Teil von statischabstrakten Patternsequenzen; vielmehr sind die Verflechtungen in ihrer Abfolge Träger von dramatischem Potential und erzeugen Abläufe von tableaux vivants (‚lebenden Bildern‘). Dabei bleibt die Möglichkeit eines spontanen Eingriffes, der das Bild auf den Kopf stellt oder die Karten neu mischt, immer gegeben.“

LichtspielMusik
Fokus Contemporary Zürich West