Strange

Martin Smolka (*1959) «a yell with misprints» – zwei Sätze für Ensemble (2016, SEA)

Sascha Janko Dragićević (*1969) «Ausschlag» für Ensemble und Live-Elektronik (UA, Auftragswerk des CNZ, ermöglicht von der Ernst von Siemens Musikstiftung)

Shiori Usui (*1981) «deep» for large ensemble (2013/2014, SEA)

Leoš Janáček (1856 – 1928) Concertino für Klavier und Ensemble

Samstag, 3. März 2018
20 Uhr, Einführung 19 Uhr
Tonhalle Maag
Zahnradstrasse 22
8005 Zürich

Collegium Novum Zürich
Gilles Grimaître
Klavier
Shiori Usui Stimme
Peter Rundel Dirigent

Veranstalter
Collegium Novum Zürich in Zusammenarbeit mit der Tonhalle-Gesellschaft Zürich

Wir vermeiden eigentlich Anglizismen, so gut es geht. In diesem Fall aber bedienen wir uns eines englischen Wortes, um ein Konzertprogramm zu charakterisieren, weil es ein Bedeutungsspektrum umfasst, für das man im Deutschen keine so bündige Entsprechung hat: strange = eigenartig, seltsam, merkwürdig, fremd, komisch, sonderbar, befremdlich, kurios. Über Martin Smolkas im Herbst 2016 in Donaueschingen uraufgeführtes Ensemblewerk «a yell with misprints» (Ein Schrei mit Druckfehlern) konnte man in einer Rezension lesen: «Martin Smolka liebt hintersinnige Simplizität, womöglich kompositorische Schwejkiaden. In ‹a yell with misprints› glaubt man, sämtliche Prager Kirchturmglocken zu hören, allerdings als gellend-scheppernde Peking-Oper-Gongs. Wird es sehr leise, meint man, im Klavier geistere Schuberts ‹Doppelgänger› herum. Der Stummfilm ‹Der Student von Prag› (1913) kommt einem in den Sinn.»
Sascha Janko Dragićević geht es in seinem neuen Werk um «Analyse und kompositorische Darstellung von Entwicklungsprozessen der Fremdheit. Deren Entstehung und Auflösung sowie Möglichkeiten direkter Konfrontation mit Fremdkörpern, die scheinbar zersetzend von ausserhalb auf die Bildung formaler Kontexte einwirken, möchte ich in diesem Werk untersuchen.»
Die in Japan geborene, in Schottland lebende Komponistin Shiori Usui fordert das Publikum auf, sich auf den Bühnenboden zu begeben, um die Resonanzen der extrem tiefen Frequenzen, mit denen sie u. a. arbeitet, physisch zu erspüren. Die Musiker sind gleichzeitig im gesamten Aufführungsraum verteilt.
Mit Leoš Janáčeks Concertino erklingt ein Werk aus dem Jahr 1925, ein Klassiker der Moderne mithin, der am Beginn einer Tradition tschechischer Musik der Moderne steht, die auch Martin Smolka heute fortschreibt.

Vermächtnisse
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