Gastspiel Dresden: Rebecca Saunders „Stasis“

Rebecca Saunders (* 1970) „Stasis“ – eine räumliche Collage für 16 Solisten (2012)

Sonntag, 10. November 2019
19 Uhr
Hellerau
Europäisches Zentrum der Künste
Karl-Liebknecht-Str. 56
01109 Dresden

Collegium Novum Zürich

Veranstalter
Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste

Tickets
hellerau.reservix.de/events
ticket@hellerau.org
T +49 351 264 62 46

Das Europäische Zentrum der Künste ist in Dresden der Ort für zeitgenössische Musik. Im Rahmen des Festivals „4×3“ ist das CNZ eingeladen, „Stasis“ von Rebecca Saunders zur Aufführung zu bringen, ein Werk, welches das Ensemble vor zwei Jahren im Rahmen von Focus Contemporary Zürich West in der Schweiz erstaufgeführt hatte. „‚Stasis‘ ist das am breitesten angelegte Werk einer Serie von Kompositionen, die sowohl der Verräumlichung verschiedener Musiker als auch der formalen Verbindung und Collage einzelner Kammermusikstücke nachgeht. Sechzehn Musiker sind in Kammermusikgruppen verschiedener Besetzungen aufgeteilt, horizontal und vertikal postiert und teilweise ausserhalb des Aufführungsraums. Jedes der unabhängig komponierten Module erforscht eine streng reduzierte Klangpalette. Verschiedene musikalische Fäden werden formal verbunden und erzeugen ein komplexes polyphones Gewebe von Klangflächen: Eine Klangskulptur wird in den Aufführungsraum projiziert. Ein abstraktes Musiktheater entsteht, in welchem die Musiker die Protagonisten in einem gemeinsamen musikalischen Umfeld oder einer gemeinsamen Klanglandschaft sind.“ – So beschreibt Rebecca Saunders ihr Werk und kommt dann auf die Kurzgeschichte „Still“ von Samuel Beckett zu sprechen. „Den Kopf dem Sonnenuntergang zugewandt, betrachtet der ungenannte Protagonist das Hereinbrechen der Nacht, die anwachsende Dunkelheit; den Kopf langsam und behutsam von den Händen gestützt, wartet er, während sich die Dunkelheit ausbreitet, auf einen Klang. Die Metaphern von Dunkelheit und Licht, Schweigen und Klang, Bewegung und Stille durchdringen das zerbrechliche Gefüge seiner Sprache. Wie in alle Ewigkeit gedehnt ist die zeitlose Melancholie, die kurz, hart und ehrlich ist und dennoch durchdrungen von Menschlichkeit und Zärtlichkeit. Eine Stasis; der menschliche Körper verharrt im Zustand der Erwartung, zitternd.“

Klanginseln IX
Mosaik