Die Abenteuer des Prinzen Achmed

Lotte Reiniger (1899 – 1981) Animationsfilm (Deutschland, 1926)

live begleitet mit der Musik von

Wolfgang Zeller (1893 – 1967) in der Bearbeitung für Ensemble von Jens Schubbe (2008 / 2017)

Donnerstag, 31. August 2017
20 Uhr, Einführung 19 Uhr
Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
8001 Zürich

Montag, 4. September 2017
20 Uhr, Einführung 19 Uhr
Altbüron (LU)

Dienstag, 5. September 2017
20 Uhr, Einführung 19 Uhr
Liddes (VS)

Collegium Novum Zürich
Johannes Kalitzke Dirigent
Mobiles Kino Roadmovie Filmprojektion

Veranstalter
Kunsthaus Zürich in Zusammenarbeit mit Collegium Novum Zürich und Roadmovie

Tickets
CHF 26/19 (ermässigt)
ticketcorner.ch
Kasse des Kunsthauses Zürich

Es war einmal ein reicher Bankier. Sein Handeln war nicht nur auf die Vermehrung des Geldes gerichtet, sondern auch auf die Förderung der Künste und der Künstler. Er traf eines Tages auf ein junges Mädchen, das von Kindesbeinen an die Kunst beherrschte, Silhouetten zu schneiden und zudem besessen war von der Liebe für das Theater, für Märchen und für Filme. Ein Traum dieses Mädchens war es, jene Silhouetten, denen es in einem kleinen Schattentheater Leben einhauchen konnte, auf einer grossen Leinwand in Bewegung zu sehen. Der Bankier erfuhr von ihrem Wunsch und erfüllte ihn: Er stellte das benötigte Geld – und es war nicht wenig – zur Verfügung, und so konnten das junge Mädchen und seine Freunde in der Abgeschiedenheit eines Hauses am See im Laufe von drei Jahren aus Hunderttausenden von Einzelaufnahmen einen Film herstellen. Die Geschichtsschreiber sollten später vermerken, dass dieser Film der erste abendfüllende Animationsfilm der Filmgeschichte sei.
Zugetragen hat sich dieses Märchen tatsächlich im Berlin der frühen zwanziger Jahre. Lotte Reiniger war jenes theater- und märchenvernarrte Mädchen. Der reiche Bankier hiess Louis Hagen. Er regte Lotte Reiniger an, einen grossen Animationsfilm zu produzieren und sagte zu, dieses Vorhaben finanziell zu tragen. So entstand in einem auf dem Potsdamer Grundstück der Familie Hagen eingerichteten Studio zwischen 1923 und 1926 «Die Abenteuer des Prinzen Achmed». Lotte Reiniger war der kreative Kopf des illustren Teams, dessen Mitglied auch Wolfgang Zeller war, ein Theaterkomponist, der nun zum ersten Mal für das junge Medium Film arbeitete. Die Musik zum «Prinzen Achmed» entstand unter idealen Voraussetzungen: frei von zeitlichem Druck und in enger Zusammenarbeit mit dem Filmteam. Musik und Film verschmolzen auf diese Weise zu einem Gesamtkunstwerk wie wohl kaum je zuvor. 2007/2008 hat Jens Schubbe diese für grosses Orchester komponierte Musik für ein Kammerensemble bearbeitet, damit sie in kleineren Räumen aufführbar wird.
Diese Veranstaltung produziert das CNZ gemeinsam mit dem Kunsthaus Zürich im Rahmen der Ausstellung Cantastorie!. Im Anschluss an die Zürcher Aufführung planen wir gemeinsam mit dem Kinoveranstalter Roadmovie eine Tour an verschiedene Orte der Schweiz, die über kein eigenes Kino verfügen.

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