Kulturen

Hugues Dufourt (*1943) „L’Europe d’après Tiepolo“ für Ensemble (2010-2011)

Morton Feldman (1926 – 1987) Instruments II (1975)

Fabio Nieder (*1957) Neues Werk (Kompositionsauftrag des CNZ im Rahmen des von der Landis & Gyr Stiftung ermöglichten Schwerpunkts Fokus Osten)

Jonathan Harvey (1939 – 2012) „Wheel of Emptyness“ für Ensemble (1997)

Dienstag, 29. Januar 2019
20 Uhr, 19 Uhr Einführung
Tonhalle Maag
Zahnradstrasse 22
8004 Zürich

Collegium Novum Zürich
Jonathan Stockhammer Dirigent

Veranstalter
Collegium Novum Zürich in Zusammenarbeit mit der Tonhalle-Gesellschaft Zürich

Tickets
CHF 20
CHF 40 (Unterstützerticket)

In diesem Programm geht es um die Durchdringung unterschiedlicher kultureller Einflüsse. Hugues Dufourt bezieht sich in seinem vierteiligen Tiepolo-Zyklus, den das CNZ im Laufe mehrerer Spielzeiten komplett erarbeitet, auf die Darstellung der vier Kontinente Afrika, Asien, Europa und Amerika durch den italienischen Barock-Maler in der Eingangshalle der Würzburger Residenz. Morton Feldman begann sich Mitte der siebziger Jahre mit der Kunst der persischen Teppichweberei zu beschäftigen und dem Wechselspiel zwischen Wiederholung und minimaler Veränderung. Aus dieser Zeit stammt Instruments II. Jonathan Harvey schliesslich ist in seinen Vorstellungen stark durch Ideen des Buddhismus beeinflusst worden.

Mit der Uraufführung des neuen Werkes von Fabio Nieder schliessen wir unseren saisonübergreifenden Schwerpunkt Fokus Osten ab. Warum gerade Fabio Nieder? Die Antwort liegt unter anderem in seiner Biographie begründet: „Ich bin 1957 in Triest geboren. Man muss sofort sagen, dass es kein einheitliches Triest sondern mindestens drei Städte in einer gibt: Das italienische Trieste, das slowenische Trst, das deutsche Triest. Vorwiegend in den zwei letzterwähnten bin ich aufgewachsen. Dann gäbe es auch noch ein jüdisches, ein serbisches und ein griechisches Triest zu nennen. Diese Völker, die wohl bemerkt alle aus gebürtigen Triestinern bestehen, leben ganz schön voneinander getrennt. Das deutsche Triest ist heute, im Gegensatz zu der Zeit meiner Kindheit und Jugend, auf eine kleine, aber feine Minderheit geschrumpft. Das slowenische Trst war bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts die grösste slowenische Stadt überhaupt: Hier lebten die einheimischen Slowenen und diese Minderheit war immerhin grösser als die Mehrheit im damaligen jugoslawischen Ljubljana. Die slowenische Sprache und Kultur sind heute noch eine prägende Komponente dieser Stadt. Das feindselige, auf Menschenverachtung orientierte Trieste, grundsätzlich gegen die als Untermenschen gesehen einheimischen Slowenen, war u.a. der ‚kulturelle‘ Hintergrund meiner Kindheit und frühen Jugend, mit dem ich mich zwangsläufig konfrontieren musste, als ich noch in dieser Stadt lebte.“

Klanginseln VII
LichtspielMusik