Klanginseln VIII: Drei Portraits

19 Uhr, Klanginsel 1
Pierluigi Billone (*1960) Muri IIIb für Streichquartett (2010)

20 Uhr, Klanginsel 2
Claude Vivier (1948 – 1983)
„Cinq Chansons“ für ein bis drei Schlagzeuger (1980)
„Pulau dewata“ Version für Klavier und 3 Schlagzeuger (1977)

21 Uhr, Klanginsel 3
Gérard Grisey (1946 – 1998) „Vortex temporum“ für sechs Instrumente (1994-96)

Freitag, 8. April  2019
Museum für Gestaltung
Ausstellungsstrasse 60
8005 Zürich

Collegium Novum Zürich

Veranstalter
Collegium Novum Zürich

Tickets

3 Klanginseln
CHF 30/50 (Unterstützerticket)

2 Klangiseln
CHF 20/40 (Unterstützerticket)

1 Klanginsel
CHF 10/30 (Unterstützerticket)

Ein Suchender, der „in den Tiefen der Möglich­keiten der Instrumente neue Klänge zu erfinden, zu erschaffen vermag.“ – So hat Sven Hartberger den italienischen Komponisten Pierluigi Billone charakterisiert. Billones Interesse gilt dabei der Frage der Klangproduktion, den Entstehungsmöglichkeiten, die nicht erst im Erklingenden, sondern bereits in der Produk­tion des Klanges, im Zusammenwirken von Instrument und Körper ihren Anfang nehmen. Dem Intellekt, dem rationalen Erfahren setzt Billone eine aus der praktischen Tätigkeit, dem Tun erwachsende „Intelligenz der Hände“ entgegen – ein Konzept, das dem des Künstlers Federico de Leonardis verpflichtet ist, auf dessen Werk sich eine ganze Reihe von Kompositionen Billones beziehen. So finden sich auch im Werk des Bildenden Künstlers Arbeiten mit dem Titel Muri (Mauern).

Die Kunst und Kultur Asiens, insbesondere Indonesiens, hat angefangen von Claude Debussy bis in die Gegenwart einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die abendländische Musik des 20. Jahrhunderts gehabt. Auch Claude Vivier war von der Musikkultur Balis beeindruckt. Die beiden Werke von Vivier, die wir in diesem Programm präsentieren, lassen diese Einflüsse unmittelbar nachvollziehen.

Zu Gérard Grisey und seinem „Vortex temporum“ schrieb Max Nyffeler: „Der 1998 im Alter von nur 52 Jahren verstorbene Gérard Grisey war Mitglied der 1973 gegründeten Komponistengruppe ‚L’Itinéraire‘. Sie setzte dem postseriellen, weitgehend mit temperierten Tonhöhen operierenden Denken ihr Konzept einer Spektralmusik entgegen, in dem der aus Obertonspektren gebildete Klang und seine Wahrnehmung Vorrang haben sollten vor abstraktem Kalkül und philosophischen Botschaften. Klang, sagte Grisey, sei ein lebendiger Organismus, der Geburt, Leben und Tod durchlaufe, eine pulsierende Form wie der menschliche Atem.“ „Vortex temporum“ ist ein spätes Werk Griseys, in dem die spektrale Technik schon in höchstem Masse ausdifferenziert ist und Zusammenklänge von äusserster Komplexität entfaltet werden.

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