1924 wurde in der Sowjetunion nach den dunklen Nachkriegsjahren die NEP (Neue Ökonomie Politik) ausgerufen – eine Zeit der Liberalität sollte es der Gesellschaft wie dem Staat selbst ermöglichen, einen neuen Weg in eine verheissungsvolle Zukunft zu gehen. Künstlerisch gesehen wurden in dieser Zeit unglaublich viele Kräfte freigesetzt – so auch beim berühmten Regisseur Jakow Protasanow, der mit «Aelita» eine utopische Welt entworfen und alle Register der damaligen Filmkunst gezogen hat. Entstanden ist dabei eine wunderliche Mixtur aus Liebesgeschichte, revolutionärem Pathos und Science Fiction-Motiven, die heutzutage ebenso skurril wie avanciert wirkt. Der junge russische Komponist Dmitri Kourliandski schrieb eine neue Musik zum Film, die sich dem alten Streifen mit wunderbarer Poesie nähert. Kourliandski hüllt den Film in einen Kokon aus feinsten Klängen, die sublim mit den Bildern korrespondieren, ohne jedes Detail nachzuzeichnen. Wohl selten ist die Balance von Visuellem und Klängen so glücklich gelungen wie in dieser Annäherung von altem Film und heutiger Musik.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Fondation Nestlé pour l'Art.
