Donnerstag, 15. März 2012,
19:30 Uhr
bis Freitag, 16. März 2012, 19:30 Uhr

Cabaret Voltaire
Spiegelgasse 1, 8001 Zürich
Rückblick auf die Zukunft 
Donnerstag, 15. März 2012,
19.30 Uhr 
Alexander Skrjabin 
7. Klaviersonate "Weisse Messe" 
Luigi Russolo "Macchina Tipografica" für Intonarumori, Stimme und Klavier 
Alexander Mossolow Drei Kinderszenen op. 18 und Vier Zeitungsannoncen op. 21 für mittlere Stimme und Ensemble (Bearb. Edisson Denissow)
Nikolai Roslawez Drei Tänze für Violine und Klavier
Arthur Lourié «Formes en l'air» für Klavier
Edgard Varèse «Octandre» für acht Instrumente
George Antheil «La femme 100 têtes» für Klavier (Auszüge)
Iris ter Schiphorst «Un chien andalou» für Ensemble live zum gleichnamigen Film von Salvador Dalí und Luis Bunuel

Jeannine Hirzel, Mezzosopran
Matthias Ziegler, Flöte
Matthias Arter, Oboe
Elmar Schmid, Klarinette
Stefan Buri, Fagott
Tomás Gallart, Horn
Jörg Schneider, Trompete
Johann Baptiste Stocker, Posaune
Jacqueline Ott, Schlagzeug
Stefan Wirth/Dominik Blum, Klavier
Urs Walker, Violine
Christian Zgraggen, Viola
Imke Frank, Violoncello
Johannes Nied, Kontrabass
Mats Scheidegger, Gitarre
Michael Wendeberg, Dirigent

Grenzgänge(r) 
Freitag, 16. März 2012, 
19.30 Uhr 
Christian Marclay «Johann Strauss» aus «More Encores» für Tonband
Vinko Globokar Atemstudie für Oboe solo
Regina Irman «vatter-ländischer Liederbogen» nach Texten von Adolf Wölfli für Mezzosopran und teilpräpariertes Klavier
Vinko Globokar «Corporel» für einen Schlagzeuger auf seinem Körper
Heinz Holliger «Cardiophonie» für Oboe und drei Magnetophone
Simon Steen-Andersen «Study for String Instrument» Version für Violoncello
Cornelis Schwehr «Krachend lachen die Harmlosfröhlichen auf ihrer Stange» für Stimme, Flöte, Violine, Klavier und Pauke



Eva Nievergelt, Mezzosopran
Matthias Ziegler, Flöte
Matthias Arter, Oboe
Martin Lorenz, Schlagzeug
Jacqueline Ott, Schlagzeug
Dominik Blum, Klavier
Bettina Boller, Violine
Martina Schucan, Violoncello
Experimentalstudio des SWR, Live-Elektronische Realisation

Cabaret Nouveau

"Der Salon diente dem freien Ideenaustausch, ungeachtet der Schranken von Klasse und Geschlecht, und förderte die Aufklärung. Philosophen wie Voltaire oder Diderot verkehrten in den Pariser Salons und bereiteten dort den Boden für die Französische revolution." – erfährt man in einem Lexikon. Jenes kleine Format, dem sich das Collegium Novum Zürich seit einigen Jahren höchst erfolgreich widmet, hat es also in sich, wobei der vergleichsweise intime Rahmen nicht täuschen sollte: Inhaltlich werden hier die Grenzen zwischen den Stilen, Epochen und Kunstgattungen aufgehoben. Hier treffen Musik, Literatur und Szenisches verschiedenster Provenienz aufeinander. Hier darf das eine oder andere Glas Wein die Sinne öffnen und die Zunge lösen. Hier bedeutet Konzert weit mehr als "stillsitzen und zuhören". Der verjüngte und gewandelte Salon hat seine neue Heimat in dieser Saison im Cabaret Voltaire gefunden, wo wir mit zwei Veranstaltungen zu Gast sind.

Rückblick auf die Zukunft
In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg sorgten die Futuristen um Filippo Tommaso Marinetti erstmals für Aufsehen. Radikale Zertrümmerer des Alten wollten sie sein und sahen sich als die Begründer einer neuen Kultur. Ihre Ideen, in einer Unzahl von Manifesten proklamiert, entwickelten eine nicht unerhebliche Strahlkraft in Literatur, Bildender Kunst, Architektur und Musik und beinflussten auch Künstler, die nicht unmittelbar zur futuristischen Bewegung zu rechnen waren – vor allem auch in Russland und der jungen Sowjetunion. Dieses Programm verbindet Werke der vorrevolutionären russischen Avantgarde mit futuristisch inspirierten Kompositionen und Dokumenten des frühen Surrealismus. Da begegnet die ekstatische "Weisse Messe" Skrjabins den schwebenden Klangskulpturen Arthur Louriés, die wilden Tänze Nikolai Roslawez’ treffen auf Varèses "Octandre", während die Werke von George Antheil und Iris ter Schiphorst in die Wachtraumwelten der Surrealisten geleiten.

Grenzgänge(r)

Genie und Wahnsinn siedeln zumal im Bereich der Kunst nah beieinander. Die Werke dieses Programms schleifen Grenzen, sie fordern von den Interpreten Extremes, für den Schlagzeuger wird sein Körper zum Instrument, dem Oboisten gibt sein eigener Herzschlag den Rhythmus vor und die Cellistin entlockt ihrem Instrument sirenenhafte Klänge, ein Strauss-Walzer wird vor unseren Ohren demoliert, die wunderlichen Poeme des genial irren Adolf Wölfe reihen sich zum "vatter-ländischen Liederbogen" und "krachend lachen die Harmlosfröhlichen auf ihrer Stange" an diesem Abend, der auf die Erkundung der Randbereiche, der Grenzen im ästhetischen und existentiellen Sinne aus ist.


Vorverkauf

Notenpunkt Zürich, 
Froschaugasse 4, 
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T 043 268 06 45
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Preise

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