Concerti

Mischa Käser (*1959) „City 5“ für Ensemble (Uraufführung)

Hanspeter Kyburz (*1960) 2. Klavierkonzert (Uraufführung, Kompositionsauftrag des CNZ)

Michael Jarrell (*1958) „Essaims-Cribles“ für Bassklarinette und Ensemble (1986)

Aureliano Cattaneo (*1974) „Double“ für Ensemble (2013-14)

Samstag, 18. Mai  2019
20 Uhr, 19 Uhr Einführung
Tonhalle Maag
Zahnradstrasse 22
8004 Zürich

Collegium Novum Zürich
Gilles Grimaître Klavier
Ernesto Molinari Bassklarinette
Jonathan Stockhammer Dirigent

Veranstalter
Collegium Novum Zürich un Zusamenarbeit mit der Tonhalle Gesellschaft Zürich

Tickets Zürich
CHF 20
CHF 40 (Unterstützerticket)

„Concertare“ meint im wörtlichen Sinne das gemeinsame Musizieren und steht im Besonderen für Konstellationen, die das Zusammenspiel von Einzelnem und Gruppe in den Blick nehmen. Konzertante Elemente finden sich in allen hier in Rede stehenden Werken in unterschiedlichen Formen. Mischa Käsers Werke des City-Zyklus lassen sich gleichsam als knapp und prononciert formulierte Ensemblekonzerte verstehen. Hanspeter Kyburz war vom Spiel unseres Pianisten Gilles Grimaître beeindruckt und kam so auf die Idee, ein Konzert für Klavier und Ensemble speziell mit Blick auf die ausserordentlichen Fähigkeiten dieses Pianisten zu schreiben. Michael Jarrell erprobt zwar in „Essaims – Cribles“ eine konzertante Konstellation, aber das Werk war ursprünglich als Ballettmusik konzipiert. Der Titel, der etwas prosaisch mit „Schwärme – Siebe“ zu übersetzen wäre, verweist auf bestimmte strukturelle Eigenarten, wenn etwa aus dichten Tonschwärmen bestimmte Partikel herausgesiebt werden.

„Das Doppelte, wie der Spiegel, der Schatten, das Echo, quälen mich“, verriet der italienische Komponist Aureliano Cattaneo. Er geht dieser Qual offenkundig nicht aus dem Weg, sondern bewältigt sie in mutigen Streifzügen durch das Labyrinth der Doppelungen und Spiegelungen. Die finden sich nicht nur in den bei Horn und Trompete, die in „Double“ herausgehobene Funktion haben, sondern auch in der Verbindung von zwei Schlagzeugern, die einander stets dicht auf den Fersen sind; oder in der Unterwanderung des Instrumentalklanges durch Blockflöten und Lotusflöten. Der schnelle Farbwechsel im minimal kleinen, engen Raum, bleibt das zentrale Thema, das sich auch im Wechsel zwischen den Instrumentengruppen fortsetzt. Die Wiederholung von ähnlichen Gesten und Zellen führt jedoch nicht zu deren Verstetigung, zu einer Selbstvergewisserung, sondern höhlt die Musik förmlich immer weiter aus, bis nicht mehr als das Gerippe von ihr übrig ist.

Klanginseln VIII
Bonsaikonzerte