Bekenntnisse

Alberto Posadas (*1967) „Poética del espacio I“ (Uraufführung, Kompositionsauftrag von Stadt Zürich Kultur)

Samuel Andreyev (*1981) Neues Werk (Uraufführung, Kompositionsauftrag von Contrechamps)

Klaus Huber (1924 – 2017) „Die Seele muss vom Reittier steigen“ für Violoncello, Baryton, Contratenor und zwei Orchestergruppen (2002)

Freitag, 16. November 2018
20 Uhr, 19 Uhr Einführung
Studio Ernest Ansermet
Passage de la Radio 2
1205 Genève

Samstag, 17. November 2018
20 Uhr, 19 Uhr Einführung
Tonhalle Maag
Zahnradstrasse 22
8004 Zürich

Collegium Novum Zürich
Ensemble Contrechamps, Genève
Kai Wessel Countertenor
Olivier Marron Violoncello
Jessica Horsley Baryton
Peter Rundel Dirigent

Veranstalter
Kooperation von Stadt Zürich Kultur (Tage für Neue Musik), Collegium Novum Zürich und Ensemble Contrechamps

Tickets Zürich
CHF 40 / 20 (ermässigt)

Um Bekenntnisse geht es bei den Tagen für Neue Musik Zürich im Jahr 2018. Diese Bekenntnisse, die sich im musikalischen Kunstwerk realisieren, können humaner, weltanschaulicher, politischer, religiöser oder ästhetischer Natur sein. Im gemeinsam von Collegium Novum Zürich und dem Ensemble Contrechamps aus Genf veranstalteten Konzert steht die Aufführung eines Meisterwerkes von Klaus Huber im Zentrum: „Je tiefer wir in die Potentiale der Musik als Kunst eindringen, desto deutlicher zeigt sich, dass Musik ohne Transzendenz keinen Bestand hat. Noch drastischer als in anderen Künsten stellt sich in ihr die Frage: Was ist ‚aussen‘, also materialisierbar, was ist ‚innen‘, also erlebbar, ohne materiell zu sein. In ihren tiefsten Wurzeln ist sie aber immer so etwas wie eine reale Darstellung von Welt im Medium ihrer Zeitlichkeit.“ – so der Komponist, der mit Blick auf sein Werk und den ursprünglichen Plan, einen Text des Gelehrten Ibn Siná-Avicenna zu vertonen, fortfährt: „Ich las im April dieses Jahres [2002] ein bisher unveröffentlichtes Gedicht des palästinensischen Dichters Mahmoud Darwisch, das dieser im Januar 2002 im belagerten Ramallah niedergeschrieben hat. Seine Dichtung hat mich so tief berührt, dass sie mich von Avicennas Ode, die der konzeptuelle Hintergrund meiner Komposition geblieben ist, wegführte in die Gegenwart. Für mich aber ebenso verblüffend wie bestätigend, wenn Darwisch – ob bewusst oder unbewusst – in einer zentralen Strophe seines Gedichts (‚Die Seele muss vom Reittier steigen und gehen auf ihren Seidenfüssen‘) unüberhörbar Avicennas mystische Tiefe erreicht, tausend Jahre später. Auf Gegenwart reagierend, wie ich es nicht anders kann, hoffe ich mit meinem Werk einen bescheidenen Beitrag zu leisten gegen die fortschreitende Verdinglichung des Menschen (samt seiner Seele…), zur Rettung des Menschlichen in einer Zeit, die sich anderen Zielen verschrieben hat. – Und das im vollen Bewusstsein einer extrem brutalisierten Gegenwart, nicht nur in Palästina.“ Wir stellen Hubers Komposition zwei neue Werke gegenüber: Alberto Posadas Ensemblewerk ist der erste Teil eines Zyklus, der sich auf die „Poetik des Raumes“ des französischen Philosophen Gaston Bachelard bezieht. Während diese Uraufführung vom CNZ realisiert wird, präsentiert das Ensemble Contrechamps ein neues Werk des aus Kanada stammenden, in Frankreich lebenden Samuel Andreyev.

Trouvaille
Xenakis Kontrapunkte